Nie mehr zu spät am Arbeitsplatz Schlaf süß – aber nicht zu lang!

Pünktlichkeit am Arbeitsplatz

Als Kind lässt man sich gerne in den Schlaf singen: „Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt ..“ – Ein wenig furchteinflößend ist das schon. Zum einen: „Wer ist dieser Gott?“ und außerdem: „Wenn der mal nicht will und selbst verschläft?“

Als Kind hat es noch keine dramatischen Auswirkungen, wenn man verschläft, man kommt schlimmstenfalls zu spät zur Mathestunde. Das ist manchem gewitzten Kind, das für alle Fälle eine Ausrede parat hat, nur recht. Aber als Erwachsener artet das tägliche Morgenritual all zu oft in einen Kampf mit dem inneren Schweinehund aus. Denn der Bus wartet nicht, der Chef ist immer der erste im Büro, der Kollege petzt und eine übellaunige Abmahnung gab es bereits.

Manche Menschen sind einfach mit einem göttlich gelassenen Naturell gesegnet, einem dicken Fell und einen so abgrundtiefen Schlaf, dass man Kanonen abdonnern müsste um sie wach zu kriegen. Sie brauchen schon was Stärkeres als einen Wecker. Stimmt ja auch: Wenn man sich so richtig ausschlafen darf, gibt die Natur von selbst das Wecksignal. Nur ist die Vorortzug dann längst abgefahren und der Weg zum Schreibtisch oder Arbeitsplatz wird zum Hindernisparcours mit ungewissem Ausgang. Kein Job ist so sicher als dass er nicht durch Unpünktlichkeit, die in Arbeitszeugnissen als „entspannter Umgang mit der Zeit“ umschrieben werden könnte, gefährdet würde.

Dann gibt es die Normalos, die sich in der Nacht schlaflos herumwälzen oder mal wieder den allerletzten Spätkrimi sehen mussten. Sie schlafen gerade am Morgen besonders fest und süß. Auch bei dieser Zielgruppe geraten Wecker, die klingeln, quäken, piepen, rasseln, Sirenen, Musikfanfaren oder Trommelwirbel ausstoßen, zum nutzlos nervenden Utensil. Sie nehmen seine gut gemeinten Wecklaute gar nicht mehr wahr. Bestenfalls bringen sie das Ding im Halbschlaf und jäh aus dem Traum gerissen mit einem resoluten Faustschlag zum Schweigen, um dann in Morpheus Arme zurückzusinken. „Nur noch 10 Minuten!“ murmeln sie vielleicht, bevor die Droge Schlaf sie erneut übermannt.

Wecker, ob manuell aufziehbar, elektronisch, musikalisch oder digital – sie alle haben die Eigenschaft, zu nerven. So will kein Mensch in seinen Tag gehen. Möchten Sie als erstes Erlebnis, das Ihnen morgens widerfährt, angeschrien werden? Ganz sicherlich nicht. Aber wie wird man von einer Nachtigall zur Lerche? Sie müssen sich nicht umkrempeln, es geht ja auch anders:

Wie angenehm beginnt der Tag, wenn eine freundliche Stimme die ersten bewussten Minuten mit sanftem Wohllaut füllt? Die nicht aufgibt und so lange das Telefon läuten lässt, bis man den Hörer abgehoben hat? Gott sei Dank gibt es ihn, den telefonischen Weckruf – wenn nicht, müsste man ihn erfinden! Und zwar sofort!