Was man nachts im Schlaf so alles macht

Der Schlaf ist die behagliche Auszeit für Körper, Geist und Seele. Jede Nacht neu. Ohne Schlaf würden wir nicht überleben. Man sinkt in ein Dunkel, der Bewusstlosigkeit sehr ähnlich, in der man sich ganz der Passivität überlässt. Doch das Kraftwerk Körper schläft nicht mit. Sobald wir abschalten, beginnen Wachstumshormone ihre Tätigkeit, Träume verarbeiten die Erlebnisse des Tages, Neuronen-Signale durchzucken das Gehirn. Manche schlafwandeln, manche räumen im Schlaf den Kühlschrank leer. Auch Morde wurden schon im Schlaf begangen. Welche Mächte sind da am Werk, während wir nichts ahnend schlummern?

Nachtruhe – Muskelzuckungen und Augenflimmern inbegriffen

Die meisten von uns haben eine Schokoladenseite, auf der sie am besten einschlafen, aber nicht unbedingt auch aufwachen müssen. Dass man sich 5-10 Mal im Bett herumdreht, ist der intuitiven Weisheit des Körpers geschuldet, der verhindern will, dass bestimmte Nerven oder Blutgefäße durch zu lange und massive Druckeinwirkung gequetscht würden. Um eine so entstehende Blockade in der Sauerstoffversorgung zu vermeiden, gibt das Gehirn den Befehl aus: Umdrehen! Ulkigerweise ist es beim Träumen genau umgekehrt: Hier erhalten die Muskeln das Signal: Stillgestanden! Sonst würden Schläfer bei Albträumen reihenweise aus dem Bett fallen oder versuchen, in wilder Panik davon zu laufen.

Warum nerven Geräusche nachts mehr als am Tag?

Nachts fehlt der Geräuschhintergrund des Tages, der speziellen Lärm abfedert. Aber bestimmte Geräusche wie Zähneknirschen oder Schnarchen lassen sich oft nicht abschalten. Zähneknirschen ist für den Bett-Partner genauso unangenehm wie für den Betroffenen ärgerlich: Das Gebiss von Zähneknirschern leidet, ganze Zahnreihen können ihren Abdruck auf der Zunge hinterlassen. Schnarchen kann auch ein gesundheitliches Problem sein, das man ernst nehmen sollte. Im Schlaf zu kichern oder zu reden kann peinlich werden, wenn die falschen Vornamen vorkommen. Schlafwandel ist ein noch weitgehend unerforschtes Phänomen. Werden Schlafwandler, die in der Wohnung herumtappen, angesprochen und „geweckt“, reagieren sie meist verärgert – Klar, wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie jäh aus dem Tiefschlaf gerissen würden?

Unser Gehirn arbeitet nachts auf Hochtouren

Wir verschlafen ein Drittel unseres Lebens, um in den anderen zwei Dritteln ausgeschlafen und leistungsfähig zu sein. Die Wissenschaftler unterteilen den Schlaf in einhalbstündige Phasen mit unterschiedlichen Programmen: Vom angeregten Traumschlaf bis zum bewusstlos scheinenden Tiefschlaf, der auf keinen Kanonendonner reagiert. In mehrfachen Zyklen lösen diese Phasen einander ab. In den Einschlafphasen kommt es zu Zuckungen, weil der Muskeltonus flacher wird, im REM-Schlaf überwiegt Augenrollen, ein deutliches Indiz für die starke Verarbeitung von Tageserlebnissen und Gefühlen.

Nächtliche Schwerarbeit

Nachts sorgen Wachstumshormone für Zellerneuerung und Fettabbau, frisches Blut bildet sich, Muskeln wachsen, die Haut regeneriert sich und Gehirn-Nervenzellen frischen sich auf. So verstandene Nachtarbeit macht Sie fit, gescheit und schön.

Nie mehr zu spät am Arbeitsplatz Schlaf süß – aber nicht zu lang!

Pünktlichkeit am Arbeitsplatz

Als Kind lässt man sich gerne in den Schlaf singen: „Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt ..“ – Ein wenig furchteinflößend ist das schon. Zum einen: „Wer ist dieser Gott?“ und außerdem: „Wenn der mal nicht will und selbst verschläft?“

Als Kind hat es noch keine dramatischen Auswirkungen, wenn man verschläft, man kommt schlimmstenfalls zu spät zur Mathestunde. Das ist manchem gewitzten Kind, das für alle Fälle eine Ausrede parat hat, nur recht. Aber als Erwachsener artet das tägliche Morgenritual all zu oft in einen Kampf mit dem inneren Schweinehund aus. Denn der Bus wartet nicht, der Chef ist immer der erste im Büro, der Kollege petzt und eine übellaunige Abmahnung gab es bereits.

Manche Menschen sind einfach mit einem göttlich gelassenen Naturell gesegnet, einem dicken Fell und einen so abgrundtiefen Schlaf, dass man Kanonen abdonnern müsste um sie wach zu kriegen. Sie brauchen schon was Stärkeres als einen Wecker. Stimmt ja auch: Wenn man sich so richtig ausschlafen darf, gibt die Natur von selbst das Wecksignal. Nur ist die Vorortzug dann längst abgefahren und der Weg zum Schreibtisch oder Arbeitsplatz wird zum Hindernisparcours mit ungewissem Ausgang. Kein Job ist so sicher als dass er nicht durch Unpünktlichkeit, die in Arbeitszeugnissen als „entspannter Umgang mit der Zeit“ umschrieben werden könnte, gefährdet würde.

Dann gibt es die Normalos, die sich in der Nacht schlaflos herumwälzen oder mal wieder den allerletzten Spätkrimi sehen mussten. Sie schlafen gerade am Morgen besonders fest und süß. Auch bei dieser Zielgruppe geraten Wecker, die klingeln, quäken, piepen, rasseln, Sirenen, Musikfanfaren oder Trommelwirbel ausstoßen, zum nutzlos nervenden Utensil. Sie nehmen seine gut gemeinten Wecklaute gar nicht mehr wahr. Bestenfalls bringen sie das Ding im Halbschlaf und jäh aus dem Traum gerissen mit einem resoluten Faustschlag zum Schweigen, um dann in Morpheus Arme zurückzusinken. „Nur noch 10 Minuten!“ murmeln sie vielleicht, bevor die Droge Schlaf sie erneut übermannt.

Wecker, ob manuell aufziehbar, elektronisch, musikalisch oder digital – sie alle haben die Eigenschaft, zu nerven. So will kein Mensch in seinen Tag gehen. Möchten Sie als erstes Erlebnis, das Ihnen morgens widerfährt, angeschrien werden? Ganz sicherlich nicht. Aber wie wird man von einer Nachtigall zur Lerche? Sie müssen sich nicht umkrempeln, es geht ja auch anders:

Wie angenehm beginnt der Tag, wenn eine freundliche Stimme die ersten bewussten Minuten mit sanftem Wohllaut füllt? Die nicht aufgibt und so lange das Telefon läuten lässt, bis man den Hörer abgehoben hat? Gott sei Dank gibt es ihn, den telefonischen Weckruf – wenn nicht, müsste man ihn erfinden! Und zwar sofort!